Open Access

Grün, Gold, Platin: verschiedene Wege zu Open Access

Ende das 19. Jahrhunderts waren wissenschaftliche Zeitschriften eine Innovation, die den privaten Briefwechsel der Gelehrten ablösten und wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich machten. Das Internet ermöglichte mit den elektronischen Versionen der Zeitschriften einen noch schnelleren und breiteren Zugang zu den Inhalten, so dass heute fast alle wissenschaftlichen Zeitschriften (auch) online zugänglich sind.

Immer mehr wissenschaftliche Artikel werden publiziert und immer mehr wissenschaftliche Zeitschriften werden gegründet, sodass es Bibliotheken nicht mehr möglich ist, alle thematisch relevanten Zeitschriften für ihre Einrichtungen zu abonnieren. Auf der anderen Seite sind die Kosten für eine Publikation im Internet wesentlich geringer, als sie es für gedruckte Publikationen sind. Im Sinne der Wissenschaft kam daher die Idee auf (Berlin Declaration on Open Access), alle wissenschaftlichen Publikationen frei im Internet für jedermann zur Verfügung zu stellen, idealerweise mit weitgehenden Rechten zur Weiternutzung in Forschung und Lehre (und kommerziell).

Der „Grüne Weg“: Zweitveröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels auf der Homepage des Autors oder auf einem fachlichen Repository, wie z.B. arXiv, oder auf einem institutionellen Repository, wie unserem Publikationsserver. Oft gestatten Verlage die Veröffentlichung von Pre- oder Postprints auf diese Weise. Welche Rechte die Verlage normalerweise gestatten, wird in der Sherpa/RoMEO-Liste zusammengefasst. Die Inhalte der Sherpa/RoMEO-Liste werden auch in der EZB verwendet und können dort nachgeschlagen werden. Suchmaschinen wie BASE tragen dann die Inhalte der verstreuten Repositories wieder zusammen, um sie gemeinsam durchsuchen zu können.

Der „Goldene Weg“: primäre Veröffentlichung des wissenschaftlichen Artikels mit Open-Access-Lizenz. Darunter kann die Publikation in reinen Open-Access-Zeitschriften fallen, aber auch die Freischaltung einzelner Artikel in hybriden Zeitschriften, deren Hauptgeschäftsmodell  noch das Abonnement ist. Reine Open-Access-Zeitschriften sind im DOAJ nachgewiesen. Um in das DOAJ aufgenommen zu werden, muss die Zeitschrift einige Qualitätskriterien erfüllen, unter anderem ein Peer Review vorweisen.

Der „Platin- oder Diamantene Weg“: Eine Variante des goldenen Weges, bei dem eine dahinterstehende Einrichtung, meist eine Universität oder Gesellschaft, für die Finanzierung sorgt, sodass für die Autoren keine Gebühren anfallen.

Der „Bronzene Weg“: Eine Variante des goldenen Weges, bei dem nur der Download über die Verlagsplattform gestattet ist, aber keine weiterreichenden Rechte gewährt werden.

Die TUC hat sich in ihrem Hochschulentwicklungsplan vorgenommen, die Sichtbarkeit der Forschung zu erhöhen. Dafür ist Open Access ein gutes Mittel, denn durch die leichte Zugänglichkeit, werden Open Access-Artikel häufiger gelesen und auch häufiger zitiert.

Daher sollte man bei der Suche nach einer geeigneten Zeitschrift für die eigenen Publikationen die Möglichkeiten des Open Access nicht vergessen. Über das DOAJ lassen sich eventuell geeignete Open-Access-Zeitschriften finden, und Förderer, wie die DFG zahlen häufig auch Artikelgebühren für Open-Access-Artikel. Sollte sich dafür kein Förderer finden, dann hat die TUC auch einen eigenen Publikationsfonds, der für Artikelgebühren in reinen Open-Access-Zeitschriften aufkommt. Sollte keine Open-Access-Zeitschrift in Frage kommen, dann sollte man sich möglichst die Rechte für eine Zweitveröffentlichung vorbehalten. Dazu wäre es auch gut, wenn man gleich bei der Einreichung auch das Preprint oder das Postprint, je nachdem welche Rechte der Verlag gewährt, bei der Bibliothek abliefert. Dann können die Artikel zusätzlich auf dem Publikationsserver veröffentlicht werden und erhalten dadurch eine weitere Verbreitung. Die eigenen Publikationen werden durch die leichtere Zugänglichkeit besser wahrgenommen und dann auch häufiger zitiert.

Creative Commons LizenzvertragGrün, Gold, Platin: verschiedene Wege zu Open Access von Silke Frank ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

 

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